Wenn TV und Onlinegames verschmelzen

Es gibt viele Berührungspunkte, ein Beispiel dafür ist die Crosspromotion: Fernsehsender werben für Onlinespiele und animieren ihre Zuschauer zum Anmelden bei kostenlosen Computerspielen. Ein gutes Beispiel dafür ist ProSiebenSat.1 AG, die konnte unter anderem auch wegen der positiven Entwicklung ihrer Onlinegaming Sparte, die in Beriech “Digital & Adjacent” fällt und mit einem Wachsum von 15,5 Prozent insgesamt Erlöse von 72,1 Mio. Euro umsetzte, eine positive Entwicklung verbuchen. Verbunden werden die beiden Welten dabei beispielsweise über die Werbung auf ProSieben für die Website Prosiebengames.de auf denen Interessierte aus einem zahlreichen Portfolio unterschiedlichster kostenloser Spiele wählen können. Dadurch erhält der Fernsehsender eine Umsatzbeteiligung an den kostenlosen Spielen (vor allem Free2Play Spiele genannt), die sich über freiwillige, kostenpflichtige Inhalte – wie besonders schnelle Autos oder wertvolle Schwerter – finanzieren. Dass ProSiebenSat.1 dieses Engagement intensivieren möchte, zeigten sie bereits Anfang des Jahres als sie die enge Kooperationen mit Sony Online Entertainment und Electronic Arts verkündeten.

Eine weitere Brücke zwischen Videospielen und TV-Formaten schlägt Transmedia, also beispielsweise das Aufgreifen einer Spielelizenz für die Erstellung einer Fernsehserie. Das weltweit überaus erfolgreiche Videospiel Angry Birds wird zum Beispiel als Zeichentrickserie mit zu Beginn 52 Folgen veröffentlicht. Man erhofft sich dadurch auf einen Schlag die ganzen Interessenten für sich gewinnen zu können, um von Serienstart an eine große Fangemeinde vor den Bildschirm locken zu können. Selbst Themenparks zum Unterhaltungserfolg Angry Birds werden weltweit eröffnet, beginnend in China und zuletzt auch in Finnland, dem Herkunftsland dieser einzigartigen IP.

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Viel verbreiteter noch als die Erstellung einer Fernsehserie basierend auf einem Computerspiel ist allerdings die andere Richtung: Die Nutzung einer Fernsehlizenz für ein Computer- oder Videospiel. Seit es digitale Spiele gibt, werden bereits bekannte Film- und Fernsehlizenzen für die interaktive Unterhaltung umgesetzt. Mittlerweile macht sich auch die Onlinespielebranche diesen Vorteil zu Nutze, als Beispiel geht dafür die Hamburger Spieleschmiede Bigpoint voran, die bereits kostenlose Spiele für Ice Age oder Battlestar Galactica erfolgreich veröffentlichte. Wichtig bei einer Lizenzumsetzung ist es die Authentizität der Lizenz beizubehalten, das bedeutet vor allem den Wiedererkenungswert zu gewährleisten. Bei der Umsetzung hat man dafür eine Menge kreativen Spielraum. Zwar sollte man sich an das Universum der Serie oder des Filmes halten, kann dabei aber die Geschichte weitererzählen, auf die Vorgeschichte eingehen, aber auch Nebengeschnisse erzählen und so beispielsweise mehr auf die Nebenrollen einen Fokus legen. So ein transmediales Produkt hat natürlich noch viel mehr potentielle Facetten in Form von Webisodes, Blogartikeln, Social-Media-Posts usw. um dem Zuschauer auf allen denkbaren Kanälen berühren zu können.

Quellen:

gamemarkt.de

prosiebengames.de

mipworld.de

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BEO-Autor: Alexander Kornelsen